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Wintersegeln in Griechenland Teil 2

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Am nächsten Morgen machen wir früh klar zum Auslaufen. Für den Abend und den nächsten Tag ist eine heftige Wetterverschlechterung angekündigt und wir müssen einen sicheren Platz für Sturm aus Süd finden. Leonidion wäre hierfür denkbar ungeeignet.

Nach ein paar Stunden fällt die Entscheidung, das schlechte Wetter in Kyparissi abzuwettern. Kurz vorm Anlegen wacht dann auch André wieder auf ;). Wir machen zunächst am zentralen Steg vor dem kleinen Örtchen fest. Dieser befindet sich mitten in  der großen Bucht.

 

André geht gleich mal eine Runde schwimmen. Der Schwell am Steg und der nun auslaufende Fischer lassen mich aber übles ahnen, weshalb ich gleich nachdem André wieder an Bord ist die Leinen los mache. Ganz im südlichen Eck der Bucht gibt es eine kleine Kapelle mit einem Steg. Direkt dahinter sind steile und nach Süden schützende Berge. Das will ich mir ansehen.

Wir steuern uns wieder vorsichtig an den Steg heran, zunächst mit dem Bug voraus, während die Crew Ausschau nach etwaigen Unterwasserfelsen hält. Auf der linken Seite des Steges sieht es tiefer aus, allerdings begrenzt eine Reuse den Bereich zum Ansteuern. Wir machen fest und bereiten alles für die angekündigte Front vor. Alle Fender nach Backbord, den großen Kugelfender am Steg festgemacht, etc. Nachdem soweit alles klar ist, gehe auch ich noch eine Runde schwimmen. Immerhin sind es hier Mitte Dezember noch knapp 19 Grad Wassertemperatur.

Gegen Abend fängt der Wind an, es erscheint  zunächst harmlos, steigert sich aber kontinuierlich. Nachts um halb 2 sehe ich mich gezwungen, aufzustehen. Ich ziehe Ölzeug und Südwester an und sehe bei strömendem Regen und Starkwind nach dem Rechten. Die Festmacher muss ich teilweise dichter nehmen, am nächsten Tag zeigt sich warum: Das Liros-Tauwerk hat an der belasteten Seite um mindestens 30% an Stärke abgenommen durch den Reck. Noch morgens knallen brechende Wellen an unseren Rumpf und ich messe an unserem wirklich geschützten Steg 38 Knoten Wind. Draußen möchte ich jetzt nicht sein... Der Wind nimmt zwar wieder etwas ab, es regnet aber immer wieder leicht, weshalb wir noch eine Nacht bleiben.

 

Zwischendurch laufen wir auch einmal über einen kleinen Wanderweg entlang des Buchtrandes in den kleinen und schönen Ort, der jedoch in der Nachsaison wie ausgestorben wirkt. Die wenigen Bewohner, die wir treffen schauen uns teilweise etwas merkwürdig an, Hans meint später, wir seien zu dieser Jahreszeit quasi Außerirdische für die ;).

Gegen Abend kommt noch ein großes Fischerboot, welches auch am Steg festmachen möchte. Wir verholen weiter in die Ecke, so dass sie vor uns anlegen können.

Am nächsten Morgen geht es weiter, Kurs Süd, wir möchten nach Monemvasia. Gleich nach der Bucht setzen wir Segel. Die erste Stunde geht es mit knapp drei Knoten voran, dann reicht der Wind nicht mehr zum Segeln und wir müssen den Jockel starten und motoren. So geht das ein paar Stunden. Für den nächsten Tag ist schon wieder eine Front angekündigt. Gerne würden wir in Monemvasia das schlechte Wetter abwarten. Wir ahnen aber, das der Steg dort weniger geeignet ist und machen uns Gedanken über Alternativen. Als wir in die Nähe von Gerakas kommen, steuere ich etwas darauf zu, um mir schon mal die Einfahrt anzusehen. Gerakas scheint für Schlechtwetter perfekt. Es ist eine tief ins Land geschnittene Bucht, ähnlich eines Fjordes, mit schmaler Einfahrt und umgeben von Bergen.

Verrückt, obwohl ich durch den Plotter genau die rechtweisende Peilung der Einfahrt kenne und wir nur ein paar hundert Meter davon entfernt sind, lässt sie sich nicht einmal durchs Fernglas erahnen. Man sieht wirklich nur eine Felswand. Würde der Plotter und die Seekarten nicht die Bucht zeigen, könnte ich es nicht glauben. Aber zunächst wollen wir immer noch nach Monemvasia! Nicht mehr weit, hinter dem nächsten Felsen müsste es schon zu sehen sein! Wir haben für den ganzen Tag eine Wettervorhersage mit ausreichendem achterlichen Wind. Davon kommt aber nichts an. Als wir Monemvasia sehen, haben wir plötzlich einen 5-6 BFT Amwind-Kurs und setzen auch gleich Segel. Als wir näher kommen, wird aber immer klarer, dass wir nicht anlegen können. Am Steg herrscht zu starker Wellengang. Der nimmt weiter zu. Eine gute 7 haben wir mittlerweile. Wir wenden und fahren raumschots aus der Bucht von Monemvasia heraus, Kurs Richtung Gerakas. Wir reffen und kurze Zeit später passiert es: Ein lauter Knall! Die Genua weht aus und schlägt wie verrückt im Starkwind. Die Steuerbord-Schot hängt im Wasser, ich hole sie ein und sehe, dass sie gerissen ist! Silke meint, gesehen zu haben, wie ein etwa 40 cm langes Stück davon geflogen ist. "All hands on deck" rufe ich zu André, der gerade unter Deck ist, um Jacke und Rettungsweste anzuziehen. Wir starten den Motor, gehen in den Wind und rollen das Vorsegel ein. Den Rest des Weges machen wir unter Motor, ich möchte in Gerakas erst in Ruhe nach einer Ersatzschot in der Backskiste suchen. Der Schreck sitzt.

Gelegentlich kontrollieren wir auf unseren Apps die Wettervorhersage und die wird immer schlechter. Mein Windfinder sagt etwas von 8 - 9 BFT. André hat eine andere App auf dem Iphone, die sagt sogar etwas von Böen mit 10. Grund genug, wieder einmal Deckung zu suchen. Wir finden die Einfahrt, steuern hinein und drinnen wirkt wieder alles sehr ruhig. Direkt am Ende des Dörfchens ist ein Anlegesteg, an dem wir fest machen.

 

Die Sonne scheint und es ist herrlich warm, wir schlendern in den Ort. Meine beiden Mitsegler sind bereits auf Entzug und verzweifelt auf Zigaretten-Suche. Beim ersten Wirt im Ort fragen wir, ob es einen Minimarkt gäbe. Den gibt es zwar, aber der hat wohl keine Zigaretten. Aber halt, die Tochter fährt nachher nach Monemvasia zum Einkaufen. Sie wird gleich herbeigerufen und natürlich kann sie Zigaretten mitbringen. "Sollen wir Ihnen schon das Geld geben?" "Nein - brauchen Sie nicht..." In unserem Törnführer haben wir von einer Grotte in der Bucht gelesen, wir fragen also die Wirtstochter, wo diese denn genau sei und sie zeigt uns, wo wir in etwa die Einfahrt finden können, es sei aber sehr versteckt und nur schwimmend oder mit ganz kleinen Beiboot zu erreichen. Prima - ich habe das kleinste Dinghi, das es zu kaufen gibt.

André und ich machen es gleich klar und paddeln los, einmal quer über die Bucht. Hinter einem Felsen versteckt finden wir die kleine Höhleneinfahrt, als wir hineinpaddeln fliegen uns einige aufgescheuchte Fledermäuse entgegen. Herrlich schaurig :-).

 

Tief in der Höhle zischen wir erstmal ein fröhliches Ankommens-Bierchen weg, das wir wohlweisslich mitgenommen haben. Teilweise gibt es verrückte Fratzen in den Tropfsteinen, wir paddeln noch etwas hin- und her und lassen dieses ungewöhnliche Ambiente auf uns wirken.

 

Bei welcher Taverne wir den Abend ausklingen lassen, war ja nach der Zigaretten-Bestellung schon klar :).

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Guest Donnerstag, 23 November 2017
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