News

Ab sofort segeln wir Delphia 33,

Überführung ab September 2016!

News auf Facebook:

 Interesse an Updates via Facebook?

http://www.facebook.com/weltumsegelungcom

 

 

 

Unser Logbuch

Über die Vorbereitungen einer Weltumsegelung und die Reise selbst.

  • Home
    Home This is where you can find all the blog posts throughout the site.
  • Categories
    Categories Displays a list of categories from this blog.
  • Tags
    Tags Displays a list of tags that have been used in the blog.
  • Bloggers
    Bloggers Search for your favorite blogger from this site.
  • Team Blogs
    Team Blogs Find your favorite team blogs here.
  • Login
    Login Login form

Segeltön September 2014 Kilada-Poros-Kythnos-Kap Sounion-Hydra

Posted by on in Uncategorized
  • Font size: Larger Smaller
  • Hits: 4057
  • 0 Comments
  • Subscribe to this entry
  • Print

Endlich war es soweit! Am 13.09.2014 ging unser Flug mit Air Serbia nach Athen. Trotz Zwischenstop in Belgrad und zigfachen Passkontrollen waren wir letztlich froh, diese Airline gebucht zu haben. Wie so oft, wenn wir segeln gehen streikt nämlich mal wieder Personal der Lufthansa, was irgendwie gefühlt schon ziemliche Routine ist und mich seit einem Jahr keine Flüge mehr mit dieser Airline buchen lässt. Zum Glück!

Wie geplant werden wir bei unserer Ankunft schon von einem zuvor telefonisch bestellten Taxifahrer aus Kilada (wo unser Boot in der Werft an Land lag) empfangen. Wir haben uns die Dekadenz geleistet, uns ein Taxi zu bestellen, dies aber aus gutem Grund. Es war vereinbart, gleich den meisten Proviant für den bevorstehenden mehrwöchigen Törn einzukaufen und der Taxifahrer staunte nicht schlecht als wir nach einem Zwischenstopp am Supermarkt den ganzen Kofferraum der E-Klasse mit unseren Einkäufen voll packten.

Angekommen am Boot wurden wir gleich vom deutschen Mechaniker vor Ort empfangen, der den Auftrag hatte, sämtliche Dieselfilter und das Öl zu wechseln. Um Platz im Schiff zu haben schlugen wir noch schnell die Genua an und gingen anschließend etwas essen. Das Verstauen und Putzen erledigten wir am nächsten Tag. Da zuvor ein Männertörn stattgefunden hat war Uta mit der vorgefundenen Zustand nicht einverstanden ;).

Die Nacht auf Montag verbrachten wir noch an Land. Leider war uns fast kein Schlaf vergönnt. Unsere Bootsnachbarin, die auch aus unserer Gegend vom Neckar kam, hatte einen ziemlichen Ausraster. Irgendwie muss sie vor 10 Jahren hier hängen geblieben sein und seither an Land stehen.

In einer Endlosschleife erschallte der Schlager von Michelle „Wer Liebe lebt“ und im Takt dazu ließ sie das Signalhorn ertönen. Wenn sie gerade nicht sang schrie sie immer wieder: „I am a prisoner here since 10 years. 10 years!! My engine is broken. I only have to paypaypay. Tomorrow i will go to the church and pray. All the money is gone!” Und dann kam wieder Michelle.....

Irgendwie hatte ich aber soweit Mitleid, dass ich nichts sagte und sie ihren Kummer kund tun ließ. Mich wundert, dass es sonst niemanden interessierte, zumal der Werfteigner sein Haus nebenan hat. Uta kramte irgendwann die Ohropax raus. Leider hatte sie nur zwei mitgenommen!

b2ap3_thumbnail_k-DSCF2023.JPG

 

 Das Kranen klappte wieder super, hier sind einfach Vollprofis am Werk. Unser Mechaniker kam noch dazu und war beim ersten Testlauf des frisch gewarteten Motors dabei. Dann hieß es: „Leinen los!“. Wir wollten mal schauen, wie weit wir kommen. Zunächst war Flaute, wir motorten ein paar Stunden. Als es um ein kleines Kap ging war endlich Wind zu spüren und ich machte klar zum Segel setzen, ging in den Wind und nahm etwas Gas weg.

Sofort starb der Motor ab und ließ sich nicht mehr starten. Der Wind kam auflandig und wir guckten dumm. Genua raus und Kurs weg von der Küste war sogleich die erste Maßnahme. Uta hielt Kurs, ich kramte das Werkzeug raus und schaute nach dem Motor. Relativ schnell war der Fehler gefunden. Wir haben eine große Handzusatzentlüftungspumpe. Der Mechaniker ließ diese nach dem Service auf „Pump“ stehen. Sie hätte auf „Run“ stehen müssen, sonst zieht sie beim Motoren Falschluft. Sowas merkt man dann immer, wenn man mal das Gas weg nimmt. Also die volle Entlüftungsaktion bei 40 Grad + in der Hundekoje während das Schiff segelt. Da kommt Freude auf. Beim ersten Startversuch sprang er dann an und lief sogleich wieder problemlos.

Dann ging es unter Segeln weiter, vorbei an Spetses. In Dokos schauten wir mal rein aber die guten Plätze waren alle schon belegt. Also weiter Richtung Poros. In einer kleinen Bucht verbrachten wir die Nacht vor Anker. Ich nenne sie immer Froschbucht, denn man liegt dort hinter einer kleinen Insel, die aussieht wie ein kauernder Frosch. Abends sahen wir in einiger Entfernung Wetterleuchten, bei uns war aber alles ruhig und wir konnten ruhig schlafen. Später erfuhren wir von unserem Bekannten Hans, dass in der absolut geschützen Bucht, in der wir eine Mooring haben und normal liegen, die Hölle los war. Es gewitterte und blies mit echten 10 Bft. Drei Yachten haben sich nachts von Mooringbojen losgerissen, sie konnten aber alle gerettet werden. Verrückt, denn wir waren gerade mal 30 Meilen davon entfernt und bei uns war nichts. Poseidon muss mal wieder richtig erzürnt gewesen sein.

 b2ap3_thumbnail_k-DSCF2036.JPG

 b2ap3_thumbnail_k-CIMG6818.JPG

 

Am Morgen ging es nach Frühstück und Baderunde weiter Richtung Poros. Die schmale Durchfahrt zwischen der Insel und dem Festland passierten wir gegen 12.00 Uhr und kamen somit zur perfekten Zeit an. Meist gibt es die guten Plätze so um die Mittagszeit. Die einen Yachten sind schon raus, die meisten segeln noch und drängen sich dann ab 16.00 Uhr um die verbleibenden Plätze. Wir konnten komfortabel längsseits an den kleinen Yachtsteg.

Die folgenden Tage gingen wir viel durch die Stadt spazieren, hoch auf den Uhrenturm, fuhren mit einem geliehenen Roller um die Insel, besuchten die schönsten Buchten und genossen den Urlaub in vollen Zügen.

 b2ap3_thumbnail_k-DSCF2073_20141129-121346_1.JPG

 

 b2ap3_thumbnail_k-DSCF2095.JPG

 

b2ap3_thumbnail_k-DSCF2108.JPG

 

b2ap3_thumbnail_k-DSCF2115.JPG

 

Doch wir wollten weiter, die lange Überfahrt nach Kythnos stand bevor und an einem Morgen legten wir mit dem ersten Licht ab, passierten wieder die schmale Passage und setzten dann Segel, Kurs Kykladen.

Die Überfahrt war letztlich recht sportlich, gerade das letzte Drittel. Vor der Ansteuerung unserer Sandbucht hatten wir mit teilweise heftigen Wellen und guten 6 - 7 Bft zu kämpfen. Das Groß war lange weg und die Fock sehr klein gerefft. Zunächst probierten wir die Ostseite der Sandybay. Hier lagen aber schon zig Yachten und uns war es schlicht zu voll. So motorte ich noch mal ein Stück weiter, um in die westlicher gelegene Seite einzufahren. In einer kleinen Seitenbucht lagen wir schließlich vor dem starken Nordwind super geschützt und ganz allein. Das beste daran: Die Landleine, die ich schwimmend aubrachte, befestigte ich an einem Fels, der direkt neben der hier befindlichen heißen Schwefel-Quelle lag. Wir hatten unseren privaten Pool mit heißem Wasser direkt neben unserem Ankerplatz. Es war perfekt. Ich war zugegeben richtig fertig von der Überfahrt, gönnte mir den obligatorischen Mythos-Anleger und viel wieder in den Urlaubsmodus J.

 b2ap3_thumbnail_k-DSCF2164.JPG

  

Wir blieben zwei Nächte, erkundeten die Gegend und kletterten auf den höchsten Berg mit einer Wahnsinnsaussicht. Unten zog irgendwann ein Mann mit einem Hund sein kleines Boot auf den Strand. Als wir nach einer ziemlichen Kletterei wieder unten ankamen wurden wir von Hund und Besitzer begrüßt. Er war merklich stolz auf seinen noch jungen „German Schäferhund.“ Wir kamen ins Gespräch und er erzählte uns, dass er immer 6 Monate auf Kythnos wohnt und den Rest der Zeit in Athen. Beruflich baut er Miniatursegelschiffe und verkauft diese dann. Er fragte ganz interessiert alle technischen Daten unserer SevenSeas ab. Verdrängung, Ballastanteil,….Währenddessen spielte ich mit dem Hund, der vollkommen überdreht zwischendurch an mir hochsprang. Einige Schrammen davon werde ich wohl noch den Rest meines Lebens mit mir herumtragen….Sei es drum, es war lustig!

 b2ap3_thumbnail_k-DSCF2233.JPG

 

 

 b2ap3_thumbnail_k-IMG_20140919_110728361.jpg

 

Dann ging es weiter. Retour Richtung Hydra. Wir passierten die auf halber Strecke liegende Insel … nördlich, in der Hoffnung so konstanteren Segelwind zu haben. Das Gegenteil passierte, der Wind schlief völlig ein und wir entschieden spontan, zum ersten Mal das griechische Festland anzulaufen. Wir motorten also in die große Bucht neben dem Kap Sounion. Schon von weitem konnte man als erste Landmarke den berühmten Poseidon Tempel ausmachen, der imposant auf einem Berg über dem Kap thront.

 

b2ap3_thumbnail_k-DSCF2269.JPG

 

In der Bucht angekommen wunderte ich mich, dass keine einzige andere Yacht da war. Ich wählte den – laut Hafenhandbuch – best haltenden Ankerplatz direkt vor einer kleinen Kapelle und wir spannten als erstes unsere Sonnenpersenning über den Baum, denn die Hitze war, wie so oft wenn mittags kaum Wind geht, nicht auszuhalten. Uta kochte leckeres Abendessen und die Bucht füllte sich zusehends. Wo wir gerade noch alleine lagen zählte ich am späten Abend über 30 Yachten. Wir ließen den Abend bei ein paar Mensch-Ärgere-Dich-Nicht Spielen ausklingen.

Am nächsten Tag ging es wieder mal zu Fuß bergauf. Natürlich müssen wir den Tempel besichtigen und genießen die fantastische Aussicht von dort oben!

b2ap3_thumbnail_k-DSCF2313.JPG

 

Der Legende nach hat sich König Aegeus hier in das seitdem nach ihm benannte Ägäische Meer gestürzt als er das Schiff seines Sohnes Theseus mit schwarzen Segeln aus Kreta zurück kehren sah. Die schwarzen Segel waren ein verabredetes Zeichen für den Tod Theseus', der jedoch noch lebte und im Siegesrausch über den Minotaurus vergessen hatte, die schwarzen Segel gegen weiße auszutauschen.

Wir bleiben noch eine Nacht und entscheiden uns am nächsten Morgen Richtung Hydra aufzubrechen. Der Segeltag vergeht bei gutem Wind und oft zügiger Fahrt mit 6,5 Kts. So gesehen brachte der „Umweg“ bei Flaute nach Kap Sounion den Vorteil, dass wir jetzt von dem relativ konstanten achterlichen Wind profitieren.

 b2ap3_thumbnail_k-DSCF2352.JPG

 

 b2ap3_thumbnail_k-DSCF2353.JPG

 

Da ich vom letzten Besuch direkt im Hafen von Hydra dazugelernt habe laufe ich eine Bucht weiter östlich an und ankere nah an dem Hotelstrand mit Heckleine.

 

b2ap3_thumbnail_k-IMG_20140922_184650751.jpg

 

Wir laufen abends noch die 2 Kilometer Fussweg nach Hydra Stadt. Die Aussicht von diesem Weg bei untergehender Sonne ist einfach traumhaft! Auf Hydra gibt es übrigens keine Autos, dort wird alles mit Eseln durch die engen Gassen tranportiert.

 

b2ap3_thumbnail_k-IMG_20140922_190313172.jpg

 

b2ap3_thumbnail_k-IMG_20140922_204827202.jpg

 

 

Im Ort schauen wir uns ein wenig um und genießen gegen später ein paar Cocktails mit besten Blick auf das übliche Hafenkino dort. Für die die, die das nicht kennen: Dieser Stadthafen ist MINI! Gegen 13.00 Uhr ist er in der Regel voll. Bis Mitternacht laufen jedoch noch Yachten ein und versuchen krampfhaft irgendwo in dritter oder vierter Reihe zu ankern. Ankersalat ist hier normal. Ein untersetzter, bärtiger Mann ist hier so was wie der Hafenaufpasser. Man sieht ihn dann oft im Dinghi irgendwelche Anker und Leinen klarieren. Wie gesagt –einmal mitgemacht muss ich das nicht mehr haben und laufe lieber die zwei Kilometer in die Nachbarbucht…

 

 b2ap3_thumbnail_k-IMG_20140922_194719446.jpg

 

Der Wetterbericht sagt für den nächsten Abend Starkwind aus Nord voraus. Obwohl wir gerne noch etwas geblieben wären, laufen wir am nächsten Morgen aus, denn die Bucht ist gen Nord völlig ungeschützt.

Ich studiere die Karte und suche nach sicheren Ankermöglichkeiten im Norden der Strasse von Hydra. Letztlich entscheide ich mich für Ermioni. Das liegt in einer gen Nord geschützten Bucht und ich lag dort schon einmal sehr sicher bei starkem Nordwind.

…to be continued!

 

0

Comments

  • No comments made yet. Be the first to submit a comment

Leave your comment

Guest Donnerstag, 23 November 2017
Powered by EasyBlog for Joomla!
170172 (56)

Wir möchten Euch mit unserer Seite an unseren Erlebnissen teilhaben lassen. Jede kleine Autorenspende hilft uns, das weiterhin zu tun.

Betrag: