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Marina Korinth und der Kanal von Korinth

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Wir laufen früh aus Itea aus, denn es ist ein weiter Weg bis Korinth und leider scheint es heute keinen Wind zu geben. Das frühe losfahren hat auch den Vorteil, dass man nicht gar so lange in der Sonne brät. Dennoch war dieser Tag wirklich anstrengend und furchtbar heiß.

Die  Überfahrt quer über den Golf von Korinth verläuft völlig unspektakulär. Der Diesel verrichtet zuverlässig seinen Dienst. Bei längeren Strecken nervt der laute Motor aber irgendwann doch. Ständig Motorbootfahren wäre eindeutig nichts für mich. Es ist einfach zu schön, wenn man die Krawallkiste ausmachen kann, um Segel zu setzen. Für heute ist uns das aber nicht vergönnt. Selbst den Delphinen scheint das Gedröhne zu laut. Wir sehen einige aber sie halten gehörigen Abstand zu uns.

Auch diese Marina wird wieder als Große Marina und "Port of Entry" beschrieben. Wir haben ja nun schon einiges gesehen, aber Korinth toppt alles. Die Marina besteht im Prinzip aus drei Stegen, an der Südseite soll sie laut Hafenhandbuch komplett untief sein, obwohl hier der scheinbar schönste Platz zum Festmachen wäre. Es ist rundum alles voll belegt. In meiner Verzweifelung entscheide ich mich, zunächst an einer Segelyacht, welche am Kopf eines dieser Stege lag, längsseits zu gehen. Als ich gerade festmachen will, ruft jemand nach uns. Ein graubärtiger Fischer heißt uns in feinstem British-English willkommen und bietet uns einen Platz direkt an der Mole neben dem grünen Leuchtfeuer an. Nachdem wir fest sind, ergibt sich ein längerer Dialog. Bald wundere ich mich dann doch über dieses perfekte Englisch und frage ihn, wo er denn eigentlich herkomme. Er meint: "I came from Plymouth six years ago and stayed." Ich frage ihn, ob er irgendwann zurück möchte. Er meint nur: "Now I live here and I have no plan. No plan no dissapointment!". Auf jeden Fall ist dieser Fischer für uns ein Segen. In unserer Abwesenheit passt er aufs Boot auf, während er nebenbei Netze knüpft. Sein alter, treuer Gefährte weicht nie von seiner Seite.

Er weiß auf jede Frage eine Antwort. Wo ist ein Mini-Market, gibts einen Strand, gutes Restaurant,....für alles erhalten wir perfekte Tips! Ich frage ihn nach dem Marina Office und der Port Police. Er meint nur: "Don´t bother them, they don´t bother you. Let them sleep. Don´t wake them up." Als ordentlicher Deutscher muss man hier wohl ganz schön umdenken. Aber wir haben schon etwas Vertrauen in den Fischer gewonnen und verzichten somit auf den Papierkrieg.

Wir gehen etwas an den Strand und später essen. Zwischendurch kommt die befreundete Yacht aus Itea an. Auch sie fahren mit ihrer 40er in die Marina ein, machen aber umgehend kehrt und bevorzugen es, im ungeschützteren Industriehafen anzulegen, wobei wir ihnen helfen.

Abends sitzen wir noch eine Zeit lang im Cockpit. Jemand läuft am Steg in unsere Richtung. Der Hund brummt einmal kurz und der Typ macht auf dem Absatz kehrt. Selten haben wir  uns so sicher gefühlt ;-). Wir sind dann doch etwas geschockt, als uns bewusst wird, dass der Fischer mit seinem Hund auch hier, neben seinen Netzen, am Leuchtfeuer schläft.

Am nächsten Morgen vereinbaren wir mit der Crew der Segelyacht "Nancy" gemeinsam durch den Kanal von Korinth zu fahren. Um 10 Uhr treffen wir uns beide vor der Hafenausfahrt und steuern Richtung Kanal.

Nachdem wir uns beide über Funk angemeldet haben müssen wir sicher noch eine Stunde warten bevor wir überhaupt ins Vorbecken kommen. Über Funk meldet sich eine weitere Yacht an und als wir später im Vorbecken kreisen freuen wir uns riesig, die einfahrende Amarante Crew zu sehen! Nun kreisen drei befreundete Yachten noch eineinhalb Stunden im Vorbecken des Kanals herum. Irgendwann öffnet sich die letzte Brücke und ein Passagierschiff kommt heraus. Es dreht und fährt wieder retour. Über Funk kommt endlich der erlösende Befehl: "Follow the passenger ship. Full speed!"

Von 1881- 1893 nahmen es die Griechen hier auf sich, 84 Meter tief durch das Gestein zu graben.  Der Kanal erspart einen Umweg von etwa 400 km und verbindet so den Saronischen Golf mit dem Golf von Korinth.

 

 

Wir können nicht ganz mithalten, machen aber über 6 Knoten Fahrt, leider bei etwa 1,5 Knoten Gegenstrom.

Die teuerste Wasserstrasse der Welt muss nach der Durchfahrt bezahlt werden. Das Anlegen an der hohen Mauer ist dank intensiver Neckar-Schleusen-Erfahrung kein Problem :-). Wir bezahlen etwa 115,- €  für die 3,5 Meilen, beraten uns noch etwas über die weitere Strecke mit den anderen Yachten und dann gehts hinein in den Saronischen Golf.

Kurze Zeit später setzen wir bei leichtem, raumem Wind die Genua. Die Kollegen mit der 34er Etap tun dasselbe. Ich freu mich wie ein Schnitzel, dass unser "thoroughbread racing horse" trotz der uralten, ausgelutschten Segel souverän an dieser viel neueren Yacht vorbeizieht.

In der Folge entwickelt sich wohl etwas gegenseitiger Ehrgeiz. Als der Wind später  vorlicher kommt und Uta gerade schlafen will sehe ich achteraus, wie ein Groß gesetzt wird. Sofort wird Befehl: "Klar zum setzen des Großsegels" gegeben!  Uta verdreht die Augen aber was sein muss, muss sein. Klasse am Halbtonner bei diesem schwachen Wind: Die andere Yacht geht sauber in den Wind und das ganze dauert ewig. Bei uns: Kurz anluven, hoch das Ding, abfallen, los gehts :-).

 

 

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Guest Freitag, 25 Mai 2018
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